Das Dorf Sillapää

Das Dorf Sillapää liegt im Landkreis Põlva, in der Gemeinde Räpina. Die Fläche des Dorfes beträgt 4,62 km2 (1,74% der Fläche der Gemeinde Räpina). Laut Gemeinderegister leben im Dorf 153 Menschen (Stand 01.08.2012). 47 Wohnhäuser sind das ganze Jahr über bewohnt (Stand 2006).

Das Gut von Räpina wurde in unmittelbarer Nähe des Dorfes Sillapää gegründet und deshalb sind die Geschichte des Gutes und des Dorfes miteinander dicht verbunden. Die Einheimischen nennen das Gutshaus von Räpina noch heute „das Schloss von Sillapää“.

Das Dorf Sillapää wurde 1582 zum ersten Mal in schriftlichen Quellen als Syllapa erwähnt. Die Wassermühle von Räpina kommt in schriftlichen Urkunden zum ersten Mal 1601 und zum zweiten Mal 1627 vor. Schwedisch-Polnischer Krieg im 17. Jahrhundert verwüstete das Land stark. Es ist bekannt, dass viele Bauer vor dem Krieg nach Russland flohen. 1677 hätten in Räpina 412 – 413 Familien gelebt. Am Ende der Schwedischen Herrschaft war Pächter des Gutes Gieden Schmidt, der sowohl mit eigenen als auch mit russischen Bauern handelte. Angaben zur Aussaat im Gut Räpina 1680/1681: 230 Tonnen Roggen, 130 Tonnen Gerste, 50 Tonnen Hafer, 4 Tonnen Sommerweizen, 2 Tonnen Erbsen, 5 Tonnen Flachs, 5 Tonnen Buchweizen.

Das Gut von Räpina wurde 1919 verstaatlicht und war bis 1922 Staatsgut. Die Siedlung Sillapää enstand nach 1922, als das Gut in Neusiedlerhöfe verteilt wurde. Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es in Sillapää 29 Neusiedlerhöfe, von denen 15 sich an der Landstraβe von Kuuksi befanden.

Vor der Sowjetzeit lebten im Dorf meistens Bauer, die ein starkes Gemeinsamkeitsgefühl hatten. Das Dorf erstreckte sich teilweise über das Territorium der heutigen Stadt Räpina. Die Stadt hat das Dorf in zwei Teile verteilt: ein Teil erstreckt sich in Richtung Sülgoja und der andere Teil in Richtung Võru. Das Gehöft Siima verbindet diese zwei Teile miteinander.

Das Dorf Sillapää hat sich im Laufe der Zeit vor der wachsenden Stadt Räpina zurückweichen müssen. Auf dem Land vieler ehemaligen Höfe liegen Sommerhäuser und erstrecken sich Versuchsfelder der Gartenbau-Schule von Räpina und der Gärtnereiunternehmen.

Viele von ihnen beteiligen sich an der Arbeit des Gemeinschaftszentrums in Räpina, wo sie sich mit Singen, Musik und Volkstanz beschäftigen können.

Im Dorf Sillapää liegt der Friedhof von Lepistu, die letzte Ruhestelle der Mitglieder der Gemeinde Räpina der Estnischen Apostolischen Orthodoxe Kirche. Der Friedhof wurde 1834 von der Orthodoxe–Kirche gegründet. Der Gutsherr von Räpina gab dazu ein 800 Quadratfaden groβes Landstück zur Verfügung. 1855 wurde dieses Landstück voll und der Gutsherr gab noch 800 Quadratfaden hinzu. 1911 wurde auf dem Friedhof ein Bethaus gebaut.

Sehenswürdigkeiten

Der Meteoritenkrater von Tsõõrikmäe. Nach der Dichte der Meteoritenkrater per Flächeneinheit nimmt Estland unter den Ländern der Welt bestimmt eine ehrenvolle Stelle ein. Der Berg Tsõõrikmägi, der sich nicht weit von der Stadt Räpina befindet, hat seinen Namen danach bekommen, dass in seiner Mitte eine Vertiefung mit regelmäβig runden steilen Rändern liegt. Der Krater ist in der Periode nach der Eiszeit entstanden, die Wissenschaftler schätzen sein Alter auf 9 500–10 000 Jahre. Der Durchmesser des Rundwalls beträgt 38–40 m, er hat einen breiten Kamm (meistens 5-10 m), der nach auβen langsam niedriger wird.

Auf dem Territorium des Dorfes Sillamäe liegt eine der bekanntesten alten Alleen – Kiefernalle, die seinerzeit vom Gutshaus Sillapää bis zum Gutshaus Rahumäe reichte. Diese Allee ist eine am besten erhaltenen Pflanzungen in der Nähe von Räpina. Man weiβ nicht genau, wann die Allee angelegt wurde, man hat auch keine Untersuchungen durchgeführt, um das Alter der Allee wissenschaftlich zu ermitteln. Vermutlich wurde sie nach dem Errichten des Herrenhauses am Anfang des 19. Jahrhunderts angelegt. Den besten Blick auf die Allee hat man in Sillapää am Anfang der Landstraβe Räpina-Võru. Der Umfang der erhaltenen Bäume beträgt durchschnittlich über 2 m und die Höhe etwa 15 m.

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