Das Dorf Saareküla

Das Dorf Saareküla oder Saarõkülä liegt im Landkreis Põlva, in der Gemeinde Räpina. Mit einer Fläche von 14,30 km2 (5,38% der Fläche der Gemeinde Räpina) ist das Dorf Saareküla das drittgröβte Dorf in der Gemeinde. Laut Gemeinderegister leben in Saareküla 27 Menschen (Stand 01.08.2012). 13 Wohnhäuser sind das ganze Jahr über bewohnt (Stand 2006). Saareküla befindet sich 3 km nördlich von Leevaku. Das Dorf grenzt im Norden an die Moore von Määrastu und Meelva und im Osten an den See von Meelva. Das Dorf entstand in der Mitte des 19. Jahrhunderts, erst nur an seiner zentralen Stelle und später auf den Moorinseln. Die ersten Gehöfte befanden sich an der nördlichen Spitze des Saareküla-Sees (die Höfe von Konsa, Pari, Parma und Saksa). Die Gehöfte auf den Inseln entstanden, als dort einmal Wald gefällt und Land urbar gemacht wurde. Innerhalb von gesetzten Grenzen durften die Bauer, die das Land gepachtet hatten, es wunschgemäß benutzen. Es wurde sogar erlaubt, den noch wachsenden Wald für Heizung oder Baumaterial zu fällen. Moore und Wälder, die zum Land des Kirchengutes gehörten, durften frei zum Weiden, zum Sammeln von Beeren- und Pilzen und zur Anfertigung von Badebesen benutzt werden. Am Anfang des 20. Jahrhunderts war das Dorf einheitlich.

Da das Dorf fast völlig auf einer von Wäldern umgebenen Insel liegt, hat es den Namen Saareküla bekommen (Insel – saar). Das Land und die Wälder haben der Kirche der Gemeinde Räpina gehört und alle Gehöfte im Dorf zahlten dem Pastor Pacht. Auβer Saareküla gehörte der Kirche noch der westliche Teil des Dorfes Raadama. Nach administrativer Verteilung gehörten alle Landstücke in diesen zwei Gebieten zum Bestand der Gemeinde Räpina. Da Saareküla vom Nachbardorf durch einen Wald getrennt war, lebte man in diesem Dorf etwas anders als in anderen Dörfern. Das Leben wurde einigermaβen auch von der Kirche beeinflusst. Die Dorfbewohner, die ihrem Pastor gefallen wollten, mussten wenigstens anscheinend religiös sein und sonntags fleiβig Gottesdienste besuchen.

Wege, die längs durch das Dorf und zu den Höfen auf den einzelnen Inseln führten, sollten die Bauer auf dem von ihnen gepachteten Land selbst in Ordnung halten. Ab 1925 wurde den längs durch die Dörfer führenden Wegen eine gröβere Bedeutung zugemessen, und sie wurden gemeinsam gepflegt. Es verbesserte die Lage der Wege.

1871 wurde in Saareküla auf dem Land des Gehöftes Konsa eine Gemeindeschule gegründet. 1901, als in Raadama das Gebäude der sog. Ministeriumschule (staatliche russischsprachige Schule) fertig wurde, wurde die Gemeindeschule geschlossen.

Im Dorf liegt der Hof Halika, wo Obst und Beeren angebaut werden. In den letzten Jahrzehnten hat man auf dem Land des Hofes Ülesaare zwei neue Einfamilienhäuser gebaut. Nach wie vor wird im Dorf Landwirtschaft getrieben, doch teilweise hat das ehemalige Ackerland sich mit Wald bedeckt.

Sehenswürdigkeiten

Man ist der Auffassung, dass der See von Saareküla als Folge eines Moorbrandes entstanden ist, denn seine Ufer sind steil. Im Seegrund gibt es eine Menge von Baumstümpfen, die teilweise in den Schlamm gesunken und teilweise auf die Wasseroberfläche gestiegen sind. Die Fläche des Sees beträgt 9,8 ha, die gröβte Tiefe (im südlichen Teil) 14,3 m. Die Absenkung des Wasserstandes um 0,5 m in 1960 hat den See in zwei Teile geteilt. Der schmale Wasserstreifen, der die beiden Teile mit einander verbindet, ist im Sommer mit dem Boot schwer zu durchqueren.

Das Ufer im Norden und im Westen ist niedrig und versumpft, der Wasserspiegel ist von einem Schwingmoorstreifen umgeben. Am höheren Ufer östlich vom See liegen Felder und Gärten. Im südwestlichen Teil des Sees, wo der Seegrund sandig ist, gibt es eine Schwimmstelle. Der Durchfluss ist schwach. Das Wasser im See ist rot-braun und schlecht durchsichtig (0,9 m).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.