Das Dorf Ruusa

Das Dorf Ruusa liegt im Landkreis Põlva, in der Gemeinde Räpina. Die Fläche des Dorfes beträgt 6,83 km2 (2,57% der Fläche der Gemeinde Räpina). Im Dorf Ruusa leben laut Gemeinderegister 243 Menschen (Stand 01.08.2012). Über eine gröβere Einwohnerzahl verfügen nur die Dörfer Linte und Ristipalo. 21 Wohnhäuser sind das ganze Jahr über bewohnt (Stand 2006).

Das Dorf Ruusa liegt am Ufer des malerischen Urtals des Flusses Võhandu. In den historischen Quellen steht geschrieben, dass hier in der Feudalzeit ein armer deutscher Gutsherr namens Kruss herrschte – deshalb hieβ das Gut Krusa Moysa, später wurde daraus Ruusa. Ruusa war im 18.-19. Jahrhundert ein Beigut von Toolamaa. Am Anfang des 20. Jahrhunderts war der Inhaber des Gutes Ludwig Hammer, dem auch Toolama gehörte.

In den Jahren 1929-1931 wurde die Breitspurbahn Tartu-Petseri gebaut, eine Bahnbrücke über den Fluβ Võhandu und ein groβes Bahnhofsgebäude nach Typenprojekt. Unternehmungslustige Bauern bauten nicht weit von der Eisenbahn zweistöckige Häuser, in denen im Erdgeschoss Geschäfte eröffnet wurden. An der Eisenbahn befanden sich groβe Lagerplätze. Am Anfang der 1930er Jahre kaufte Marie Puhk, die Schwester der erfolgreichen Geschäftsmänner Puhk das Gut von Ruusa. Sie lieβ dem hölzernen Herrenhaus einen zweiten Stock, Veranden und Terassen, wovon man einen herrlichen Blick auf die Umgebung hatte, hinzubauen. In Ruusa verbrachte seine Jugendjahre Joakim Veimarn, der Sohn von Marie Puhk. Später in der Ferne sehnte er sich ständig nach diesem Ort.

Heute ist das Herrenhaus abgerissen, an dieser Stelle steht seit 1980 ein neues Gebäude, in dem die 9-Klassenschule (Ruusa Põhikool) und das Kulturhaus von Ruusa zu Hause sind. Erhalten geblieben sind eine Reihe von Häusern, die aus Feldsteinen gebaut sind: Pferdestall-Kutschenscheune, Viehstall, Speicher-Darre und Sauna. In Ruusa wachsen noch alte Apfelbäume aus den Zeiten der Familie Puhk und im Park ist ein Lindenkreis erhalten. Der Auguststurm 2010 hat eine groβe Linde entwurzelt. Unter den Wurzeln wurde ein Degen der zaristischen Armee gefungen. Im Gebäude des Gesellschaftshauses am Ende der Mõisavahe-Landstraβe arbeiten eine Abteilung des Kindergartens Vikerkaar von Räpina, die Bücherei und die Post. In Ruusa gibt es auch ein Geschäft und eine öffentliche Sauna, in der die Dorfbewohner Gesellschaftsabende veranstalten können. Arbeit bietet ein Holzunternehmen, dessen hauptsächlicher Verkaufsartikel Gartenmöbel ist. Das Ackerland ist bebaut, die Dorfbewohner, sowohl Jugendliche als auch Erwachsene, haben eine aktive Lebenshaltung.

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