Das Dorf Raadama

Das Dorf Raadama, aber auch Raadamaa, Raadoma, Radamaa liegt im Landkreis Põlva, in der Gemeinde Räpina. Die Fläche des Dorfes beträgt 6,35 km2 (2,39% der Fläche der Gemeinde Räpina). Im Dorf Raadama leben laut Gemeinderegister 102 Menschen (Stand 01.08.2012). 29 Wohnhäuser sind das ganze Jahr über bewohnt (Stand 2009).

Über die Geschichte

Das Bauerngesetz Livlands 1819 legte fest, dass jede Gemeinde eine Schule haben musste. Es ist bekannt, dass es in Raadama schon 1812 eine Schule gab, 1848 gab es an der Schule 103 Schüler. Am Jahrhundertwechsel (19./20.), als es angefangen wurde, 5-jährige Ministriumschulen zu gründen, wurde auch in Raadama eine solche Schule eröffnet. 1901 wurde ein neues Schulhaus mit einem Dachgeschoss fertig. Damit verbunden beendeten ihre Tätigkeit die Gemeindeschule in Raadama, die Schule für ortodoxe-Kinder in Linte, später auch die Schulen in Kureküla, Saareküla, Naha und Toolse. Die Schüler aus ferneren Orten wurden im Internat im Dachgeschoss und im Dachraum des Schulhauses unterbracht. In der Periode vor 1962 arbeitete die Schule ein paar Jahre als 7-klassige Schule, ab 1. September 1962 aber als Grundschule. Die Grundschule in Raadama wurde 1970 geschlossen.

Im Dorf Raadama wurde Elmar Luhats (1908-1991) geboren, ein bekannter Sänger, Kontrabassist und Volksmusik-Instrument-Spieler, Leiter einer Volksmusikgruppe und Instrumentbauer. Er stammt aus einer Familie, die lange Traditionen auf dem Gebiet der Volksmusik hat. Schon sein Groβvater Loha Paap war ein bekannter und beliebter Hochzeit-Musiker. Zu Hause gab es 5-6 Musikinstrumente und der Vater von Elmar lehrte auch die Dorfjungen Geige und Kantele spielen. Verschiedene Musikinstrumente bastelte Elmar schon als Hirtenknaben. Das Interesse blieb und im Laufe seines Lebens hat Elmar Luhats mehr als 150 Volksinstrumente gebaut: Klopfbretter, Stabzithern, Schalmeien, Psalmodikon, mehrere Arten Kantele, Schalmeien, Ziegenhörner, Dudelsäcke u.a.

Elmar Luhats war auch ein professioneller Musiker und Opernsänger. 1937 absolvierte er die Höhere Musikschule in Tartu, wo er Gesang und Kontrabass studierte. 1932-1951 arbeitete er im Theater Vanemuine als Kontrabassist und 1951-1960 als Opernsolist (Bariton). Daneben war er an der Musikschule Tartu als Lehrkraft für Kontrabass und Volksmusikinstrumente und als Dirigent des Volksmusikorchesters der Universität Tartu tätig (1954-1967).

Die Familientraditionen werden von seinem Sohn, von Toivo Luhats, fortgesetzt. Er ist ebenso ein bekannter Volksmusiker, Instrumentbauer und Leiter der Volksmusikgruppe Piibar.

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