Das Dorf Naha

Das Dorf Naha liegt im Landkreis Põlva, in der Gemeinde Räpina. Die Fläche des Dorfes beträgt 12,00 km2 (4,51% der Fläche der Gemeinde Räpina). Im Dorf leben laut Gemeinderegister 117 Menschen (Stand 01.08.2012). 42 Wohnhäuser sind das ganze Jahr über bewohnt (Stand 2006).

Wenn man vom Landkreis Tartu durch die Gemeinde von Meeksi in Richtung Räpina fährt, ist das erste Dorf der Gemeinde Räpina Naha. Es handelt sich um ein Grenzdorf, das einst auch zur Gemeinde Meeksi gehörte. Links von der Landstraβe liegt der Peipussee, aus der Vogelperspektive betrachtet 4-5 km. Wenn man weiter in Richtung Räpina fährt, sieht man rechts hinter den Häusern und Ackern den Wald von Kalsa, links den Wald von Variku. Wenn man das Dorf Keskküla erreicht, sieht man, dass das Ackerland den Wald ganz weit von der Landstraβe geschoben hat, besonders in Richtung Peipussee.

Bekanntlich gab es in diesem Dorf vor 70 Jahren 100 bewohnte Häuser, heute leben im Dorf etwa 100 Menschen.

Im Dorf Naha leben unternehmungslustige Leute: im Dorf gibt es mehrere Unternehmer, das Ackerland ist bebaut. Landbenutzer sind die Bauern des eigenen Dorfes und die der Nachbardörfer.

Eine wichtige Rolle in der Geschichte des Dorfes hat die Schule gespielt. Die letzte Schule, mit dem Namen Grundschule von Naha wurde 2008 geschlossen. Das Schulgebäude, das von den Hofbesitzern des Dorfes 1937 gebaut wurde, steht im Zentrum des Dorfes, links an der Landstraβe. Im Gebäude befindet sich heute die Dorfgesellschaft. Im Dorf gibt es viele Höfe, die sich erfolgreich mit Gemüseanbau und anderen Landwirtschaftszweigen beschäftigen.

Aus dem Dorf Naha stammt der Bibliothek-Wissenschaftler und Bibliograph Friedrich Puksoo (1890-1969), der während der ersten estnischen Republik, ab 1920, als Bibliotheksleiter der Universität Tartu tätig war. Unter seiner Leitung wurde die Bibliothek zu einer der bekanntesten wissenschaftlichen Bibliotheken in Europa. Auf seine Initiative hin wurde an der Universität Tartu mit Studium Bibliothekswesen angefangen. Puksoo untersuchte eifrig die Geschichte der estnischen Bücher, für manche Untersuchungen auf diesem Gebiet gibt es sogar heutzutage keine gleichwertige. Buchwissenschaflter schätzen sehr hoch seine Untersuchung mit der Überschrift „Raamat ja tema sõbrad“ (Buch und seine Freunde), die der Autor seiner Ehefrau gewidmet hat. Unter anderem ruft er die Esten auf, Bücher zu kollektionieren und Hausbibliotheken einzurichten. Es ist in groβem Maβe sein Verdienst, das während des Zweiten Weltkrieges die Bücher nicht vernichtet oder nach Deutschland deportiert wurden. In der Sowjetzeit wurde seine Arbeit nicht ausreichend gewürdigt. Viele Wissenschaftler waren gezwungen, stolz und schweigend seine Untersuchungen zu ignorieren. Erst nach der Wiedererlangung der Selbsständigkeit Estlands begann man über ihn mehr zu sprechen, seine Arbeit zu würdigen und ihr mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Sein 100. Geburtstag wurde weitläufig gefeiert. Der Kolchos Ranna unterstützte das Herausgeben der Puksoo-Prämie. Sie wurde in seinem Geburtshaus im Dorf Naha übergeben. Diese Tradition ist zur Zeit abgebrochen, an der Wand seines Geburtshauses steht nur eine Erinnerungstafel.

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